Freigabemessung

Raumluftmessung auf Asbest nach VDI 3492 – Freigabe nach der Sanierung

Die Sanierungsfirma ist durch, der Boden ist raus, die Folien hängen noch. Jetzt kommt die Frage, die alle wollen: Darf ich wieder rein? Das klärt die Freigabemessung – mit Pumpe, Filter und Laborbefund, nicht mit Bauchgefühl.

Schwarzbereich und Nutzungssimulation

Nach TRGS 519 Nr. 14.5 folgt auf Sichtprüfung und ggf. Restfaserbindung die Freigabemessung. Die Messung nach VDI 3492 simuliert die spätere Nutzung (Luftbewegung), die Filter werden per REM ausgewertet. Preis auf Anfrage.

Begleitung über den gesamten Sanierungszeitraum: Sanierungsbegleitung.

Luft messen oder Material prüfen?

Viele rufen an und wollen „die Luft messen lassen“. Oft klärt eine Materialprobe die Frage schneller. Die Luftmessung hat ihren Platz vor allem nach der Sanierung.

Materialprobe

Sie wollen wissen, ob in Boden, Kleber, Putz oder Platte Asbest steckt? Dann ist die Materialprobe der direkte Weg: Probe nach TRGS 519, Analyse per REM/EDX in einem akkreditierten Labor (VDI 3866 Blatt 5).

Raumluftmessung

Die Messung nach VDI 3492 zeigt, wie viele Asbestfasern gerade in der Raumluft sind. Luft wird über einen Filter gepumpt, ein akkreditiertes Labor zählt die Fasern im Rasterelektronenmikroskop. Sie ersetzt keine Materialprobe.

Freigabemessung

Nach einer Sanierung mit Schwarzbereich zeigt die Messung, ob der Sanierungsbereich wieder freigegeben werden kann. Erst danach kommen Folien und Schleuse weg.

Freigabemessung nach der Sanierung: bevor die Folie wegkommt

Die TRGS 519 regelt in Nummer 14.5, wann Schutzmaßnahmen nach Asbestarbeiten aufgehoben werden dürfen. Alle vier Bedingungen müssen erfüllt sein:

  1. Die Arbeiten sind abgeschlossen, einschließlich Reinigung (Feinreinigung).
  2. Bei einer Sichtprüfung sind keine Verschmutzungen mehr zu erkennen.
  3. Eine Messung nach VDI 3492 liegt unter 500 Fasern/m³.
  4. Die obere Grenze des 95-%-Vertrauensbereichs (Poisson) liegt unter 1.000 Fasern/m³ – gemessen bei abgeschalteter Unterdruckhaltung.

Der Raum muss groß genug für eine Messung nach VDI 3492 sein (Nr. 14.5 Abs. 2). Das Ergebnis kann auch als Erfolgskontrolle nach den Asbestrichtlinien der Länder dienen (Abs. 3).

Nicht immer nötig: Bei Arbeiten geringen Umfangs (Nr. 14.4) und bei Tätigkeiten mit geringer Exposition nach anerkannten Verfahren (Nr. 15) kann in der Regel auf die Freigabemessung verzichtet werden. Ob das bei Ihnen zutrifft, steht im Arbeitsplan der Sanierungsfirma.

So läuft die Messung ab

1. Abstimmen

Wir klären mit Ihnen und der Sanierungsfirma Termin, Raumgröße und Messstellen. Feinreinigung und Sichtprüfung müssen vorher erledigt sein.

2. Messen

Vor Ort laufen Pumpen, die eine definierte Luftmenge über einen Filter ziehen – bei abgeschalteter Unterdruckhaltung. Messdauer und Luftvolumen richten sich nach VDI 3492 und der Raumgröße.

3. Labor & Bericht

Der Filter geht zur Analyse in ein akkreditiertes Labor und wird im Rasterelektronenmikroskop mit EDX ausgewertet. Sie bekommen einen Bericht mit Faserkonzentration und Vertrauensbereich.

Was die Zahlen im Bericht bedeuten

Angegeben wird die Faserkonzentration in Fasern pro Kubikmeter Luft (F/m³) mit dem 95-%-Vertrauensbereich. Für die Freigabe zählt: Messwert unter 500 F/m³, obere Vertrauensgrenze unter 1.000 F/m³ (TRGS 519 Nr. 14.5).

Zur Einordnung: Die TRGS 519 nennt nach TRGS 910 für Asbest eine Akzeptanzkonzentration von 10.000 F/m³ und eine Toleranzkonzentration von 100.000 F/m³ – bezogen auf ein Arbeitsleben. Tätigkeiten im Bereich hohen Risikos (über 100.000 F/m³) dürfen nur zugelassene Betriebe ausführen (UM Baden-Württemberg).

Wie wir die Freigabemessung abwickeln

Sie haben eine Anlaufstelle für die ganze Messung: Terminabstimmung mit der Sanierungsfirma, Messung vor Ort, Bericht. Wie die Messung bei Ihrem Projekt abläuft – etwa wenn mehrere Bereiche gleichzeitig freigemessen werden müssen –, steht vorab im Angebot. Die Filter werden in einem akkreditierten Labor ausgewertet.

Hintergrund: Nach TRGS 519 Nr. 4 Abs. 4 müssen Messstellen über die notwendige Fachkunde verfügen. Wir sind unabhängig – wir sanieren nicht und verkaufen keine Folgearbeiten (Unabhängigkeit, Sachkunde).

Preis

Die Freigabemessung nach VDI 3492 bieten wir auf Anfrage an. Der Preis hängt von Raumgröße, Anzahl der Messstellen und Anfahrt ab. Materialproben kosten 286 € für die erste Probe (Preise siehe Preisübersicht).

Einsatzgebiet

Tübingen & Mössingen

Von unserem Standort im Steinlachtal sind wir schnell in Tübingen, Mössingen und Rottenburg.

Reutlingen & Ermstal

Reutlingen, Metzingen und Umgebung.

Stuttgart & Zollernalb

Stuttgart, Balingen, Hechingen und weitere Orte im Einzugsgebiet.

Häufige Fragen

Brauche ich nach einer Asbestsanierung eine Freigabemessung?

In der Regel ja: Nach TRGS 519 Nr. 14.5 dürfen die Schutzmaßnahmen erst aufgehoben werden, wenn eine Messung nach VDI 3492 unter 500 Fasern/m³ liegt und die obere Grenze des 95-%-Vertrauensbereichs unter 1.000 Fasern/m³. Bei Arbeiten geringen Umfangs (Nr. 14.4) und bei anerkannten emissionsarmen Verfahren (Nr. 15) kann darauf in der Regel verzichtet werden. Was für Ihre Baustelle gilt, steht im Arbeitsplan der Sanierungsfirma – wir schauen gern mit drauf.

Kann ich mit einer Luftmessung feststellen, ob in meinem Boden Asbest ist?

Nein, dafür ist die Materialprobe da. Die Luftmessung zeigt, was gerade in der Luft ist. Ein intakter Floor-Flex-Boden gibt oft kaum etwas ab und ist trotzdem asbesthaltig.

Wer organisiert die Messung?

Wir übernehmen die Abstimmung mit Ihnen und der Sanierungsfirma, die Messung vor Ort und den Bericht. Den Ablauf für Ihr Projekt beschreiben wir vorab im Angebot. Ausgewertet werden die Filter in einem akkreditierten Labor.

Wie schnell habe ich das Ergebnis?

Den Zeitplan für Messung und Laborauswertung nennen wir Ihnen mit dem Angebot, abgestimmt auf den Terminplan der Sanierungsfirma.

Was kostet die Messung?

Der Preis richtet sich nach Raumgröße, Anzahl der Messstellen und Anfahrt. Die Freigabemessung bieten wir auf Anfrage an – schicken Sie uns Grundriss oder Fotos und den geplanten Termin.

Quellen

Hinweise zu Recht und Entsorgung ersetzen keine Rechtsberatung. Regeln, Annahmezeiten und Gebühren der Entsorger können sich ändern – bitte vor der Anlieferung beim Entsorger prüfen.

Termin anfragen

Wir melden uns innerhalb von 24 Stunden, meist schon nach etwa einer Stunde.